XO Gründer Andreas Kolar

Vergiss den Koffer, denk an die Geige!

„Pass auf, in der Tiefe kann man untergehen!“, sagte vor langer Zeit ein Bekannter zu mir. Wir unterhielten uns gerade über meine Arbeit als Designer. Ich hatte herausgefunden, dass mich das Gestalten, das DESIGN einer Oberfläche (von was auch immer) allein nicht glücklich macht. Ich wollte tiefer gehen, in eine Arbeit buchstäblich „eintauchen“. Irgendwo, so hoffte ich, muss da ein Schatz sein, den man bergen kann. Meinem Bekannten, dessen Lebensstil durch einfache und schnelle Lösungen geprägt wurde, war dies zu kompliziert, schien ihm sogar als Gefahr für ein leichtes und problemloses Leben. Aber ich habe seinen Rat ignoriert und bin meinen Weg weitergegangen:

Egal, welchem Thema ich mich zuwende, seien es die XKolar-Mäntel, ein Designauftrag für andere oder ein Koffer für Waldhorn: Zunächst will ich immer wissen, was es mit dem „Objekt der Begierde“ auf sich hat, was sein inneres Wesen ist. Es ging also immer um einen bestimmten Menschen, eine Gruppe von Menschen oder ein Instrument.

So auch bei der Geige:

Zunächst musste ich mich mit ihr bekannt machen, die Konstruktion begreifen, ihre Eigenheiten erkunden. Ihre Kraft erfassen, ihre Verletzlichkeit und Empfindlichkeit, alles das, was ihre eigentliche Schönheit ausmacht. Erst dann konnte ich das am besten geeignete Material suchen, eine Formgebung beginnen, immer um die Geige herum; Fragen nach Schutz und Stabilität, „ist das ausreichend, passt diese Linie“, nachts mit geschlossenen Augen wachliegen, das Bild der Geige vor Augen, wie sie in meinem Case liegen wird, wie sie abgefedert ist, wo die Bögen sind, was man noch tun kann … dieses Er-leben einer Form, die in allem – Kraft, Leichtigkeit, Schönheit – der Geige entspricht, ist mein privatestes Glück.

Ich bin in der Tiefe nicht untergegangen, sondern habe einen Schatz gefunden. Dass ich das erleben kann, dafür bin ich meinem Leben und meinem Schicksal dankbar.

Willkommen in meiner Welt, willkommen bei XO-Stringcases !